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Wer steckt hinter Xumbalu?

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Im September 2000 verließ ich Deutschland, um nach Bolivien zu fliegen, ein Land, das für mich zu jener Zeit nur auf der Landkarte existierte.

Bis dahin lief mein Leben in den normalen Bahnen des Kindergartens, der Schule, des Zivildienstes und Jobbens.
Doch ich wusste nicht wirklich, was ich aus meinem Leben machen sollte.

Nach Bolivien ging ich, um etwas Gutes zu tun, um Kindern in der sogenannten ‚3. Welt‘ zu helfen und um dort in einem Projekt in einer kleinen Dorfschule zu unterrichten. Was für ein gutgemeinter Egoismus das war…ich war so ‚nicht-bereit‘ für diese Mission, doch auf einmal war ich dort und konnte auch nicht so einfach wieder zurück. Schnell zeigte sich, dass sich meine anfängliche Motivation, anderen zu helfen, dazu entwickelte, dass vielmehr ich es war, der Hilfe bekam – Hilfe mit der Sprache, beim Unterrichten, beim Einkaufen, beim Kochen und beim Umgang mit dem sogenannten Kulturschock.

Fünf Computer standen uns für den EDV Unterricht zur Verfügung, fünf, von denen mindestens einer regelmäßig kaputt war. Internet war auf dem Dorf zur damaligen Zeit ein Begriff, der gar nicht erst existierte – geschweige denn Handys oder Smartphones. So blieb mir nichts anderes übrig, als mit Menschen ganz REAL zu sprechen, die Schüler ganz REAL zusammenzupfeifen, wenn sie Blödsinn trieben, ganz REALEN Gitarrenunterricht zu geben und mir Kochrezepte

auf dem ganz REALEN Postweg von Deutschland zuschicken zu lassen, um mit meinen damals sehr begrenzten Kochkenntnissen etwas auf den Tisch zu zaubern.

Dieses Projekt in einem kleinen Dorf im bolivianischen Tiefland wurde von einem Menschen getragen, der mein Leben damals auf eine Weise verändert hat, die ich manchmal erst heute so wirklich realisiere. Dieser Mensch ist eine kleine, entschlossene Ordensschwester, die ihr Leben den höheren, unsichtbaren Mächten und Kräften verschrieben hat und die sich von nichts und niemandem abbringen ließ und lässt, das zu realisieren, von dem ihr Herz weiß, dass es richtig ist.

Ihre Methode: von Freude getragenes bedingungsloses Geben – ein offenes Geheimnis, das ich erst Jahre später erkannt habe. Diese Frau hat selbst uns Freiwillige, die wir bei ihr untergebracht waren, mit ihrem kleinen Lohn ‚durchgefüttert‘, dabei wenig ‚gepredigt’ und umso mehr vorgelebt.

Als ich nach 12 Monaten wieder abreiste, hatte ich kurz vor meinem Abflug zum ersten Mal das Gefühl, dass ich jetzt auch bereit wäre, den Menschen vor Ort etwas zu geben. Tja, dann war auch schon der Zeitpunkt gekommen, die Segel wieder zu streichen…

Kaum zu Hause, war ich mit dem europäischen Alltag konfrontiert und es dauerte 15 Jahre, dass ich mich an die größte Lektion, die ich damals in Bolivien lernen durfte, wieder erinnerte: bedingungsloses Geben. Auf die Frage, wie ich das bewerkstelligen sollte, antwortete mir mein Herz ziemlich direkt: Tue das, was Du am meisten liebst und gebe davon, so viel Du kannst. Für mich ist es die Musik, ganz REALE Musik. Was für ein Geschenk ist es, in der heutigen, so digitalen und informationsüberfluteten Welt etwas ganz REALES tun zu dürfen.

Live- oder Life- Musik zu spielen.

Life-Musik gefällt mir ehrlich gesagt besser…

Martin Schlögl, Gründer von Xumbalu., Februar 2016


Was wäre die Welt ohne Musik…?